SMUL informiert: Waldschutzmaßnahmen gegen Borkenkäfer

Freistaat unterstützt Waldbesitzer finanziell

In die Förderrichtlinie Wald und Forstwirtschaft (RL WuF/2014) wurden neue Maßnahmen  zur  Beseitigung  der  Borkenkäferschäden  aufgenommen.  Ein Merkblatt und die Antragsunterlagen können ab sofort auf der Internetseite zur Forstförderung abgerufen werden.

Sachsens  Waldbesitzer  werden  ab  sofort  mit  Fördermitteln  bei  der Borkenkäferbekämpfung unterstützt. Die Förderung soll Waldbesitzern einen Anreiz  geben,  bei  der  Holzaufarbeitung  zusätzliche  Maßnahmen  zu ergreifen, um die Vermehrung der Borkenkäfer zu verhindern. Der Freistaat Sachsen erlebt derzeit die größte Massenvermehrung von Borkenkäfern seit dem  Zweiten  Weltkrieg.  Am  stärksten  sind  die  Fichtenwälder  in  den Mittelgebirgen  und  im  Hügelland  betroffen.  Dort  wütet  vor  allem  der „Buchdrucker“,  der  große  Fichtenborkenkäfer.  Aber  bereits  jetzt  zeichnen sich  auch  große  Schäden  durch  andere  Rindenbrüter  in  den nordsächsischen und Oberlausitzer Kiefernwäldern ab.
 
„Das  von  Borkenkäfern  befallene  Holz  muss  schnellstmöglich  so aufgearbeitet werden, dass die Insekten keine Chance haben, sich weiter zu verbreiten. Das gilt auch für Bäume, die von Sturm oder Schnee gebrochen wurden und daher besonders anfällig für Borkenkäferbefall sind“, begründet Umweltminister  Thomas  Schmidt  die  neuen  Fördermaßnahmen.  „Nur  so können wir die weitere Ausbreitung der Schadinsekten eindämmen und die Schäden begrenzen.“  
 
Zu  den  geförderten  Maßnahmen  gehören  vor  allem  die  Aufarbeitung  von Restholz auf den Schadflächen, das Entrinden der Stämme, der Schutz der Holzpolter mit Insektiziden oder der Abtransport der Stämme aus dem Wald mit einer anschließenden Lagerung außerhalb des Waldes.
 
Die  Förderung  gilt  für  Holz  von  Fichten-,  Kiefern-  und  Lärchenarten,  das  von rindenbrütenden  Insekten  befallen  oder  unmittelbar  vom  Befall  bedroht  ist,  wie  zum Beispiel  durch  Wind-  und  Schneebruch  vorgeschädigte  Bäume.  Normaler Holzeinschlag  ohne  Insektenbefall  oder  besondere  Befallsgefährdung  wird  nicht gefördert. Ausgeschlossen ist auch die Förderung, wenn die Insekten bereits wieder ausgeflogen sind und deshalb keine Verbreitungsgefahr mehr ausgeht.
 
Für  die  Waldschutzmaßnahmen  gilt  ein  vereinfachtes  Antrags-  und Abrechnungsverfahren.  Der  Waldbesitzer  kann  die  geplante  Maßnahme  beim zuständigen  Revierförster  des  Staatsbetriebes  Sachsenforst  (SBS)  anzeigen  und dann  unverzüglich  mit  der  Schadensaufarbeitung  anfangen.  Direkt  nach  Abschluss der  Maßnahme  reicht  er  den  Antrag  auf  Fördermittel  mit  einer  forstfachlichen Stellungnahme des Revierförsters beim SBS ein. Ein gesonderter Auszahlungsantrag ist dann nicht mehr erforderlich.  Abgerechnet wird nach Festbeträgen je Kubikmeter Schadholz. Diese sind so kalkuliert, dass damit bis zu 80 Prozent der Kosten für die Waldschutzmaßnahmen abgedeckt sind.
 
 „Ich  hoffe,  dass  die  Förderung  der  Waldschutzmaßnahmen  und  das  einfache Verfahren  viele  Waldbesitzer  zu  eigenem  Handeln  bewegt“,  so  Minister  Schmidt. „Wichtig ist, dass die Schadflächen schnell gefunden und aufgearbeitet werden. Jeder Waldbesitzer  ist  hier  selbst  in  der  Pflicht.  Optimal  ist  es,  wenn  die  Aufarbeitung gemeinsam  mit  benachbarten  Waldbesitzern  zum  Beispiel  über  eine Forstbetriebsgemeinschaft organisiert wird“, so Schmidt weiter.
 
Insgesamt stehen in den Jahren 2019 und 2020 mehr als acht Millionen Euro für die Förderung der neuen Waldschutzmaßnahmen zur Verfügung. „Die Abgeordneten des Sächsischen Landtages haben diese zusätzlichen Mittel mit dem Beschluss über den aktuellen  Doppelhaushalt  bereitgestellt.  Dafür  bin  ich  sehr  dankbar“,  unterstreicht Schmidt.  
 
Auch  für  die  standortgerechte  Wiederbewaldung  der  Schadflächen  wurden  die Bedingungen weiter verbessert. Die Fördermittel für den Waldumbau wurden um mehr als  drei  Millionen  Euro  aufgestockt.  Lärchenarten,  die  mit  Kahlflächenbedingungen besonders  gut  zurechtkommen,  wurden  zusätzlich  zu  den  bisher  förderfähigen Baumarten in die Förderung aufgenommen.
 
Beratung  zur  Förderung,  zur  Aufarbeitung  und  zur  Wiederbewaldung  der Schadflächen bieten die Revierförster des SBS. Ansprechpartner für die Überwachung der Schadinsekten und den Pflanzenschutz im Wald sind die unteren Forstbehörden der Landkreise und Kreisfreien Städte.
 
Informationen und Antragsformulare zur Forstförderung:
www.smul.sachsen.de/foerderung/3527.htm

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